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Als 1504 Herzog Ulrich v. Württemberg die hiesigen Besitztümer erobern konnte, erhielten die Capler ihr Lehen von den Herzögen, später Königen von Württemberg. Nach Abschaffung des Lehenwesens hielten sie ihrem Landesherrn überwiegend als Offiziere die Treue. Über 800 Jahre lassen sich Besitzungen dieses Geschlechtes in Oedheim und in anderen Landesteilen zwischen Jagst und Kocher nachweisen. Das Geschlecht derer von Oedheim wird ab 1235 bis 1967 in 20 Generationen belegt. Ullrich Capler von und zu Oedheim (1360 - 1437) trug erstmals den Beinamen gen. Bautz (der „Aufbrausende/Rabautzige“). Er wurde von den Weinsbergern als erster mit Burg Oedheim belehnt. Die Burg entstand wahrscheinlich im 11. oder 12. Jh. zum Schutze des Kocher-Überganges. Die Straße „Fahrgasse“ deutet noch auf die alte Fähre hin. Aus alten Wegbeschreibungen geht hervor, dass schon zur Zeit der Kelten ein Handelsweg zwischen Rhein und Donau hier den Kocher überquerte.
Es sind verschiedene Bauphasen erkennbar. Im Spät-Mittelalter ca. 1460-1510 erfolgte eine Verstärkung der Anlage durch eine noch teilweise erhaltene Zwingermauer mit Flankier-Schalenturm, 1533 folgte eine dritte Phase, fixiert durch das Allianzwappen über dem Kellertor des Kelterbaues. Diese Zeit der Renaissance darf das ganze Kelterhaus vom Keller bis zum Dach zuzurechnen sein. (Die Kelter im Erdgeschoß machte den Schlossherr Christoph v. Capler von der dem Deutschorden gehörenden Dorfkelter unabhängig).
Den dann einsetzenden Umbauten in der Renaissancezeit sind auch einige Fenster mit Gesimsen in der Ringmauer zum Fluss hin im Zwischenbau, sowie schließlich auch das rundbogige Eingangstor zum Schlosshof mit Allianzwappen Bautz-Gemmingen 1692 zu verdanken. Angehörige dieser früher weit verzweigten Adelsfamilie bekleideten hohe Würden und Ämter, waren Mitglied des Johanniter-Malteser- Deutschordens, waren Domherren (Bamberg und Würzburg) und Vögte.
Viele des Geschlechtes waren Offiziere in württembergischen, bayerischen und preußischen Diensten. Hans Wolfgang (1870-1917) brachte es zum Flügeladjudanten des Königs v. Württemberg. Der letzte Baron Dietrich Fritz Hermann Capler von Oedheim gen. Bautz * 1876 trat 1919 nach 25 jähriger Dienstzeit als Major in den Ruhestand. Stellvertretend für seine ganze Sippe wurde ihm 1961 zu seinem 85. Geburtstag die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde verliehen. Als er dann 1967 verstarb, erlosch das Geschlecht im Mannesstamm.
Seitdem wurde das Schloss von Grund auf renoviert und erblüht mittlerweile in neuem Glanz. |
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